Das Teil soll weich sein. Aber was bedeutet das für dein Projekt? Eine Auflage soll sich vielleicht zusammendrücken lassen, eine Lasche muss sich biegen und eine Abdeckung über einen Rand passen. Überlege dir vor der Bestellung, welche Bewegung dein Teil mitmachen soll.
Hier erfährst du, wie du ein vorhandenes Modell für einen Auftrag mit TPU oder TPE vorbereitest. Wenn du noch bei der Materialauswahl bist, hilft dir unser Material-Ratgeber.
1. Beschreibe, wo und wie sich das Teil bewegen soll
Beginne bei den Flächen, an denen dein Teil aufliegt oder ein anderes Bauteil berührt. Welche Stelle soll sich von dort aus in welche Richtung bewegen? Die Angabe "Die Lasche wird beim Einsetzen nach außen gebogen" ist hilfreicher als "Das Teil soll flexibel sein".
Notiere auch, ob die Bewegung nur beim Einbau oder immer wieder im Betrieb vorkommt. Prüfe bei einem vorhandenen Gegenstück die Maße und den Einbau. Bleibt dabei Platz für Finger, Werkzeug und Stecker?
- Wo liegt das Teil auf oder greift es ein?
- Welche Stelle wird gebogen, gedrückt oder gedehnt?
- Wie weit muss sie sich bewegen?
- Woran erkennst du am ersten Muster, ob es funktioniert?
2. Lies die Materialvorgaben zur Datei
Wenn die Datei von einem anderen Designer stammt, lies dessen Hinweise. Eine Vorgabe für TPU 95A ist nicht dasselbe wie die bei uns angebotenen Sorten SUNLU TPU 90A und eSUN TPE 83A. Eine Freigabe für das eine Material lässt sich nicht ohne Prüfung auf das andere übertragen.
Die Shore-A-Zahl beschreibt die Materialhärte. Wie sich dein fertiges Teil verformt, hängt aber auch von seiner Konstruktion ab. Halte deshalb fest, ob eine Materialvorgabe zwingend ist. Wenn du davon abweichen möchtest, kläre vor der Bestellung, wie du das neue Material am Teil prüfen kannst.
3. Schau dir Form und Wandaufbau an
Eine dünne Lasche verhält sich anders als ein kompakter Block aus demselben Material. Auch Außenwände und innerer Aufbau spielen eine Rolle. Wenn eine bestimmte Bewegung wichtig ist, muss dein Modell genau diese Stelle abbilden. Überlege dir dazu einen passenden Test.
Mehr Infill allein beantwortet die Frage nach der Funktion nicht. Manchmal reicht zuerst ein passend konstruierter Ausschnitt, um die kritische Stelle zu vergleichen. Was Wandstärke und Infill unterscheidet, erklärt unser Ratgeber zu Wandstärke und Infill. Allgemeine Konstruktionshinweise findest du auch bei Prusa zu flexiblen Materialien.
4. Plane, was du am Muster testen willst
Bei einer Auflage möchtest du vielleicht zuerst wissen, ob sie auf das Gegenstück passt. Bei einer Abdeckung kann es darauf ankommen, ob sie sich einsetzen lässt. Soll das Teil abdichten, Schwingungen dämpfen oder einem bestimmten Stoff standhalten, brauchst du dafür eigene Anforderungen und passende Prüfungen.
Schreib vor der Bestellung auf, welche Funktion du am ersten Muster testen kannst. Herstellerangaben zum Filament sagen nicht automatisch, was dein fertig gedrucktes Teil leistet. Die Produktinformationen zu eSUN TPE-83A helfen dir bei der Einordnung des Materials. Den Test für deine Anwendung ersetzen sie nicht.
5. Halte Datei und Druckoptionen fest
Exportiere die gewünschte Modellversion als druckfertigen Körper und kontrolliere die Einheiten. Stimmen die Maße nach dem Upload mit deinem Modell überein? Wenn du einen Ausschnitt und das ganze Teil vorbereitet hast, gib den Dateien eindeutige Namen.
Bewahre die Modellversion, das Material und die Druckoptionen für spätere Vergleiche auf. Änderst du Form und Material gleichzeitig, lässt sich schwerer erkennen, woher ein Unterschied kommt. Für den ersten Vergleich kann es helfen, nur eine dieser beiden Größen zu ändern.
Notizen für deinen Druckauftrag
Diese Punkte kannst du für dein eigenes Projekt ausfüllen:
- Wie heißt die Datei, und welche Version möchtest du drucken lassen?
- Wie soll sich das Teil bewegen, etwa beim Einsetzen einer Lasche?
- An welchen Flächen liegt es an, und welche Maße hat das Gegenstück?
- Welches Material brauchst du? Gibt der Designer eine bestimmte Sorte vor?
- Mit welchem Handgriff oder Vergleich prüfst du das erste Muster?
Checkliste vor dem Upload
- Dein Modell liegt als druckfertige STL-, 3MF- oder STEP-Datei vor.
- Maßstab, Außenmaße und Modellversion stimmen.
- Du hast Bewegung, Kontaktflächen und Einsatzbedingungen beschrieben.
- Du hast die Materialvorgaben zur Datei gelesen und geprüft.
- Im Konfigurator wählst du selbst TPU 90A oder TPE 83A. Er startet mit PLA.
- Für wichtige Funktionen hast du einen passenden Test am Muster geplant.
Die Planung oder Überarbeitung deines CAD-Modells ist nicht Teil dieses Online-Angebots. Wenn du besondere Anforderungen hast, besprich sie vor der Bestellung mit uns.