Wie viel Füllung braucht dein Ersatzteil, und wann sind dickere Außenwände hilfreicher? Das hängt davon ab, ob du nur die Form prüfen möchtest oder das Teil später Kräfte aufnehmen soll.
Hier erfährst du, was Infill und Wandlinien beim Filamentdruck, auch FDM genannt, bedeuten und welche Angaben für deinen Druckauftrag hilfreich sind.
Was bedeutet Infill beim 3D-Druck?
Infill bezeichnet die Füllstruktur im Inneren deines Bauteils. Die Prozentangabe beschreibt ihre eingestellte Dichte. Außenwände sowie Deck- und Bodenschichten kommen dazu. Bei 15 % Infill besteht also nicht das gesamte Teil nur zu 15 % aus Kunststoff.
Die Füllung stützt unter anderem die oberen Schichten. Sie beeinflusst Materialverbrauch, Druckzeit und mechanisches Verhalten. Für viele einfache Modelle nennt Prusa 10–15 % als mögliche Fülldichte. Das ist eine Orientierung, keine Belastbarkeitszusage für ein bestimmtes Ersatzteil. Mehr Füllung kann etwa die Druckfestigkeit verbessern. Quelle: Prusa, Infill.
Wandstärke und Wandlinien: Was ist der Unterschied?
Die Wandstärke legst du beim Konstruieren im CAD-Modell fest. Wandlinien, auch Perimeter genannt, sind die Druckbahnen entlang einer Kontur. Die Anzahl wird im Slicer festgelegt, der Software zur Vorbereitung des Drucks.
Wie dick die gedruckte Wand wird, hängt neben der Zahl der Wandlinien auch von deren Breite, der Geometrie und dem Slicer ab. Sehr dünne Bereiche können vollständig aus Wandlinien bestehen. Für Infill bleibt dann kein Platz.
Deck- und Bodenschichten schließen das Teil nach oben und unten. Ihre Gesamtdicke hängt auch von der Schichthöhe ab: Fünf Schichten mit jeweils 0,2 mm ergeben beispielsweise 1 mm. Quelle: Prusa, Layers and perimeters.
Mehr Infill oder mehr Wandlinien?
Für die Festigkeit können die Außenwände wichtiger sein als ein hoher Infill-Wert. Prusa empfiehlt, zunächst die Anzahl der Perimeter zu prüfen. Welche Einstellungen für deine Halterung passen, hängt außerdem von Form, Material und Belastungsrichtung ab.
- Bei einem Anschauungsmodell hilft die Angabe, ob du nur Größe und Form prüfen oder es auch montieren möchtest.
- Bei einer Abdeckung oder einem Gehäuse solltest du Befestigungspunkte, Schrauben und Bereiche nennen, die sich eindrücken könnten.
- Bei einem Clip oder Halter zeigst du am besten, wo das Teil federn soll und wo Kräfte wirken. Ein Foto der Einbausituation ist dafür hilfreich.
Wie wirken sich Infill und Wandstärke auf den Preis aus?
Mehr Druckbahnen können den Materialverbrauch und die Druckzeit erhöhen. Daraus lässt sich kein fester Preisaufschlag ableiten. Größe, Geometrie und die übrigen Einstellungen spielen ebenfalls eine Rolle.
Vergleiche deshalb immer dasselbe Modell mit denselben Abmessungen. Bei Printbtw kannst du eine STL-, 3MF- oder STEP-Datei hochladen, einen Sofortpreis erhalten und online bestellen. Wenn du unsicher bist, welche Ausführung zu deinem Einsatz passt, beschreibe die Anforderungen vor der Bestellung über die Kontaktseite.
Checkliste für deinen Druckauftrag
- Beschreibe, was dein Teil halten, schützen, führen oder ersetzen soll.
- Zeige, wo Kräfte wirken, Schrauben sitzen oder das Teil wiederholt gebogen wird.
- Wähle das Material nach Wärme, Einsatzort und gewünschter Flexibilität. Unser Material-Ratgeber hilft dir dabei.
- Prüfe Bohrungen, Clips und Steckverbindungen anhand der Hinweise im Ratgeber zu Toleranzen.
- Bereite deine Datei für den Upload vor. Im Vergleich von STL, 3MF und STEP findest du die Unterschiede zwischen den Formaten.
Sind 100 % Infill automatisch die beste Wahl?
Nein. Auch ein vollständig gefülltes Teil braucht eine passende Geometrie und das richtige Material. Entscheide nach dem Einsatz deines Bauteils. Den Druckpreis kannst du mit deiner tatsächlichen Datei berechnen.